
Mendoza – ich reiste von Santiago de Chile aus eine knappe Woche nach Mendoza in Argentinien. Eigentlich wollte ich dort nur mein Visum für Chile abholen, doch dann kam es ganz anders. Ein kurzer Reisebericht über das Weinparadies am Rande der Anden von Argentinien.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Die Busfahrt von Santiago de Chile nach Mendoza (Argentinien)
- 2 Mendoza – meine ersten Eindrücke
- 3 Eine kleine Stadttour durch Mendoza
- 4 Die Alta Montaña Tour
- 5 Auf Weintour in Mendoza
- 6 Wandern, Rappel und Rafting in Mendoza
- 7 Preise und Kosten in Mendoza – was kostet was?
- 8 Mendoza – mein Fazit
- 9 Was dich noch interessieren könnte
Die Busfahrt von Santiago de Chile nach Mendoza (Argentinien)
Ich reise von Santiago de Chile aus nach Mendoza. Insgesamt studiere ich für ein Jahr in Chile und ich habe den Termin für die Visa verpasst. So kam es, dass ich meine chilenische Visa in einer chilenischen Botschaft außerhalb von Chile abholen sollte. Da ich schon länger mal Argentinien kennen lernen wollte, habe ich mich für Mendoza entschieden. Schon die Busfahrt von Santiago de Chile bis nach Mendoza am Rande der Anden Argentiniens ist spektakulär. Auf der 9-stündigen Busfahrt werden mehrere Kordilleren (Gebirgsketten) durchfahren, der höchste Punkt der Strecke ist dabei der Paso Los Libertadores auf 3.800 Metern Höhe. Zwischen Santiago in Chile und Mendoza in Argentinien liegt auch der Aconcagua, dieser ist mit 6.960 Metern Höhe der höchste Berg Südamerikas. Die Straße windet sich in Serpentinen zum Pass hinauf, karge und verschneite Berglandschaften ziehen an mir vorbei.
Die Grenze zwischen Chile und Argentinien liegt auf 3.300 Metern Höhe und die Grenzkontrollen nehmen mehrere Stunden in Anspruch. Der Bus schiebt sich nur meterweise nach vorn. Am Posten müssen alle aussteigen, das Gepäck aller Insassen wird von streng dreinblickenden Beamten kontrolliert. Es ist kalt, ein eisiger Wind weht und ich stehe mit kurzer Hose bibbernd da.
Nach einigen Stunden haben wir die Kontrolle hinter uns. Es ist stark bewölkt, die Flagge Argentinien weht unter grauem Andenhimmel. Mendoza liegt östlich der Andenkordillere. Der Himmel klart zunehmend auf, in Mendoza scheint dann die Sonne.

Mendoza – meine ersten Eindrücke
Nach 10 Minuten mit dem Taxi finde ich mich auf der Plaza Independencia wieder, das Hostel Independencia liegt in der Avenida Bartolomé direkt nördlich der Plaza. Dann habe ich ein wenig Zeit, um die Stadt zu erkunden.
Mendoza ist übrigens eine Oasenstadt in der Wüste, doch das merkt man auf den ersten Blick nicht. Die Stadt besitzt ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem. Am Rande jeder Straße verlaufen die bis zu einem Meter tiefen Bewässerungsgräben. Betrunkene leben nachts wohl gefährlich in Mendoza.
Mendoza ist eigentlich eine typische Kolonialstadt, das Stadtbild ist schachbrettartig. Es gibt aber nur wenige Kolonialgebäude innerhalb der Stadt, der Großteil wurde nämlich durch ein Erbeben im Jahr 1861 zerstört. Dafür repräsentieren weite Plätze und schöne Parks das Stadtbild. Im gesamten Stadttgebiet gibt es 53 Parks. Die 5 Plätze Independencia, Chile, San Martin, Italia und España sind quadratisch und sind wie die 5 eines Würfels orientiert, außerdem lassen sie sich problemlos innerhalb von 90 Minuten ablaufen. Im Zentrum befindet sich dabei die Plaza Indenpendencia, die eigentlich eher ein Park ist. Springbrunnen, lebhafte Musik, knutschende Paare, auftretende Künstler und weite Grünflächen. An fest jeder Ecke treffe ich auf ein Weingeschäft. Ja, Mendoza ist eine Weinregion und zahlreiche der angebotenen Touren führen zu verschiedenen „bodegas“ im Umkreis der Stadt.
Von der Plaza Independencia fahren auch die Busse für Stadt-Touren ab. Wahrscheinlich werde ich morgen eine solche Tour machen? Ich streife ziellos umher und finde mich auf der Plaza Martin wieder. Gegenüber den Reiterstandbild setze ich mich auf eine Bank und sehe den Jung´s beim Skaten zu. Ein wenig später gibt´s zum Abendbrot noch ein Rumpsteak medium in der Avenida San Martín.



Eine kleine Stadttour durch Mendoza
Am nächsten Morgen mache ich eine Busfahrt duch Mendoza, die Tour dauert insgesamt 1.5 h. Zu meiner Freude kann ich bei den Lautsprechern auch „Deutsch“ einstellen. Neben mir sitzen außerdem zwei sehr hübsche Blondinen aus Schweden, also besser könnte es wirklich nicht sein. Nach 15 min ist der Bus voll und die Tour startet. Wir fahren an den Ruinen der Kirche des Heiligen Franziskus vorbei. Es handelt sich mit um die einzigen Ruinen der Kolonialzeit, die nach dem Erdbeben im Jahr 1861 noch übrig geblieben sind. Ich erfahre, dass Mendoza auf 747,65 Metern Höhe liegt. Das Rathaus von Mendoza ist offenbar ein hässlicher Betonklotz von 7 Stockwerken. Einige der schönsten Gebäude, an denen der Bus vorbeifährt, sind dagegen die nationale Hypothekenbank und auch die Bank von Mendoza.
Über die Avenida San Martin erreicht der Bus den Parque General San Martin, der größte Park Mendozas. Die Avenida San Martin ist 18 km lang, es handelt sich um die Hauptstraße der Stadt. Das gesamte Gelände des Parks umfasst eine Fläche von 400 Ha, angelegt wurde der Park 1896 unter dem General San Martin. Der Eingang besteht aus einem schmiedeeisernen Stadttor, das durch einen aufsitzenden Kondor mit ausgebreiteten Schwingen gekrönt wird. Unmittelbar hinter dem Eingangstor liegt ein sehr schöner Brunnen. Der höchste Punkt des Parks ist der Cerro de la Gloria samt Denkmal mit einer Höhe von 980 Metern. Wir fahren auch am Tierpark vorbei, der ungefähr 700 Tierarten beherbergt.
Vom Stadtberg haben wir auch eine schöne Sicht auf das Stadion und das Amhitheater. Das Stadion kann übrigens bis zu 48.000 Zuschauer aufnehmen und außerdem sind dort während der Fußball-Weltmeisterschaften in Argentinien auch Spiele ausgetragen worden.




Die Alta Montaña Tour
Mendoza befindet sich östlich der Cordillera Frontal, deswegen werden auch von der Stadt aus Touren in die Anden organisiert. Die sogenannte Alta Montaña Tour ist absolut typisch in Mendoza.
Als Geologe nehme auch ich an einer solchen Tour teil und habe mich für den Anbieter „Viajes de Mendoza“ entschieden. Die Tour startet bereits um 07:30 und einige Teilnehmer versuchen unterwegs, noch ein wenig im Bus zu schlafen. Rechts von der Straße bahnt sich der Río Mendoza seinen Weg.
Der Himmel ist milchig blau, es geht zusehends bergauf. Die Landschaften unterwegs sind idyllisch und wunderschön. Es geht über die Ruta 7 westwärts, der erste Stop ist Uspallata. Dieses kleine Dörfchen hat rund 3.500 Einwohner und befindet sich auf ungefähr 2.000 Metern Höhe. Hier wurden übrigens auch Dreharbeiten für den Film 7 Jahre in Tibet durchgeführt. Von hier aus ist es nicht mehr weit bis zur Grenze nach Chile.


Der nächste Stop erfolgt bei der kolonialen „Puente Picheuta“ (Puente = Brücke), diese Brücke liegt 21 km von Uspallata entfernt und wurde aus Stein errichtet.

Der Höhepunkt der Tour ist eigentlich die Puente del Inca (Inka-Brücke). Ich sehe diese Brücke jedoch nicht, da ich eher mit umliegenden Gesteinen und Mineralien beschäftigt bin. Vor allem die herumliegenden Gesteine sind für mich interessant. Unter anderem finde ich magmatische Brekzien, Andesite mit Calcit- und Sinterrasen und auch Chalcedon. Vor allem beim Auffinden des Chalcedons ärgere ich mich ein wenig darüber, dass ich keinen Geologen-Hammer dabei habe.
Auf Weintour in Mendoza
Mendoza ist in Argentinien vor allem als Weinregion bekannt, deswegen habe ich auch an einer Weintour teilgenommen. Überall in der Stadt werden diese Touren angeboten, im Umkreis der Stadt gibt es ungefähr 2.000 „Bodegas“. In der Region um Mendoza werden schätzungsweise 75% der argentinischen Weine produziert. Typisch für Mendoza ist dabei vor allem Rotwein der Rebsorte Malbec. Es gibt rund 320 Sonnentage im Jahr, deswegen ist der Wein aus Mendoza mit seinem hohen Zuckergehalt in der Regel sehr fruchtig.
Wir sind insgesamt fünf Tourteilnehmer und es werden drei Bodegas besucht. Zuerst steht die Bodega Tapiz auf dem Plan. Wir werden mit einer Kutsche abgeholt und anschließend von einer jungen Frau in der Winzerei herumgeführt. Ich hätte ein paar Weinberge erwartet, doch stattdessen erfolgt der Anbau nur auf flachem Untergrund und zwischen den Weinstöcken treiben sich einige Lamas herum.
Nach einer 30-minütigen Führung beginnt die Verkostung.


Nach der Verkostung fahren wir weiter mit dem Fahrrad bis zur Winzerei Norton. Wir sind dabei ungefähr 30 Minuten unterwegs. Bevor die Tour beginnt, gibt es erstmal einen leckeren Brunch. Es gibt Brot, Wurst, Käse, Wein und Oliven. Zum Trinken gibt es fruchtigen Rotwein und stilles Wasser.

Die Stimmung wird bei der anschließenden Verkostung merklich lockerer und fröhlicher. Ich selbst habe in der ersten Winzerei 3 Sorten Wein probiert, auch in der Norton Winzerei habe ich mich an 4 Sorten probiert. Der süße Rotwein ist angenehm fruchtig. Norton ist eine etwas gehobenere Winzerei, das merke ich auch an den Preisschildern der ausgestellten Weinflaschen.
Die letzte Winzerei heißt Cabrini, es handelt sich augenscheinlich um ein Familienunternehmen. Ungefähr 5-Weingläser später finde ich mich im Hostel wieder. Die Weintour hat mir sehr gut gefallen, später findet im Hostel noch eine feucht-fröhliche Cocktailparty statt. Inzwischen habe ich neue Zimmernachbarn im Dormitorio, sie kommen alle aus Buenos Aires und wir verstehen uns prächtig. Am nächsten Morgen habe ich die heftigsten Kopfschmerzen seit langem.
Wandern, Rappel und Rafting in Mendoza
Am nächsten Tag möchte ich eigentlich nach Chile zurückreisen. Früh erfahre ich jedoch, dass der Pass wegen starkem Schnee gesperrt ist. So ist aus dem geplanten Wochenend-Trip ein verlängerter Aufenthalt geworden.
Ich entschließe mich deswegen dazu, an einer „Abenteuer-Tour“ teilzunehmen: Trekking, Rappel (rückwärts hängend eine Steilwand hinabklettern) und Rafting im Río Mendoza. Der Bus startet um 8 Uhr morgens, vor allem jetzt fallen mir während der Fahrt die zahlreichen Weinplantagen am Straßenrand auf. In weniger als einer Stunde erreichen wir Potrerillos.
Wir beginnen mit dem Rafting. Es erfolgt eine kurze Belehrung/Einführung und dann geht´s auch schon los. Ich verzichte lieber darauf, meine Kamera mitzunehmen. Das Rafting dauert ungefähr eine Stunde, im Anschluss erfolgt eine 45-minütige Wanderung zum Montaña Mirador. Es ist angenehm kühl und unterwegs haben wir eine wunderbare Aussicht auf die umliegenden Berge.
Die Steilwand zum Klettern (Rappel) hat eine ungefähre Höhe von 20 Metern. Nach einer kurzen Einführung von Rául kommen wir alle problemlos hinab. Melina hat Angst und läuft am Ende wieder runter.



Preise und Kosten in Mendoza – was kostet was?
Mendoza ist eine der teuersten Städte in Argentinien. Zur Orientierung habe ich euch eine Liste erstellt, was ich für die verschiedenen Unternehmungen bezahlt habe. 1 € entspricht derzeit übrigens 20 Argentinischen Pesos (Arg P).
- Bus Sightseeing Tour in Mendoza über 1 h ~ 110 Arg P
- Übernachtung im Hostel Independencia (Dormitorio) ~200 Arg P
- Weintour zu verschiedenen Winzereien je nach Anbieter ~200-350 Arg P
- Rafting und Rappel je nach Anbieter ~300 Arg P
- Menü in preiswerten Restaurant mit Salat, Getränk und Hauptgericht ~100 Arg P (geht auch für deutlich weniger)
Mendoza – mein Fazit
Mendoza ist von Santiago de Chile aus problemlos per Bus zu erreichen. Aufgrund der spektakulären Landschaften ist diese 9-stündige Busfahrt auch sehr eindrucksvoll. Die Stadt liegt außerdem inmitten der wichtigsten Weinanbau-Region Argentiniens, deswegen werden überall Weintouren angeboten.
Vom Preisniveau her zählt Mendoza sicher zu den teureren Städten in Argentinien bzw. Südamerika. Aufgrund seiner Lage östlich der Andenkette gibt es jedoch sehr viele mögliche Aktivitäten in Mendoza. Ich selbst habe meinen verlängerten Aufenthalt in Mendoza sehr genossen und würde es auch nochmals tun. Es gibt zwar kaum koloniale Gebäude in der Stadt, doch dafür zahlreiche Grünanlagen und Parks.
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